Schadenmanagement im Wandel
Risikominimale Umstellung auf moderne Schadenbearbeitungssysteme möglich
Um im hart umkämpften deutschen Versicherungsmarkt bestehen zu können, müssen Versicherer Ihre Schadenbearbeitungskosten senken und ihren Kunden eine hohe Servicequalität sowie kurze Bearbeitungszeiten bieten.
Jedoch scheinen viele der Schadenbearbeitungssysteme, die zur Zeit bei den Versicherern im Einsatz sind, diesen Anforderungen nicht gerecht zu werden. Im Jahr 2003 zeigte eine Branchenstudie von BearingPoint die Schwächen der oft historisch gewachsenen EDV-Systeme auf. Demnach verfügen die Schadenmeldesysteme meist über keine direkte Anbindung an das Back-End-Schadenbearbeitungssystem, so dass eine Datenübernahme ohne Medienbruch nicht möglich ist.
Nur zögerlich machen die Versicherer laut Studie bisher von den Möglichkeiten moderner Internet-Technologien gebrauch. Mit einer webbasierten Lösung können Außendienstler, Call-Center-Mitarbeiter, Sachbearbeiter und Schadenleiter mit dem gleichen System arbeiten. So können die Lücken in der Kommunikation geschlossen, Medienbrüche vermieden und Durchlaufzeiten sowie Schadenbearbeitungskosten reduziert werden. Zeitaufwändige Suchabfragen in verschiedenen Systemen entfallen.
Trotz dieser Vorteile werden moderne, webbasierte Lösungen zur Zeit nur bei wenigen Versicherern eingesetzt. Viele Unternehmen scheuen die Einführung neuer Schadenbearbeitungssysteme, da die komplette Ablösung aller Bestandssysteme enorme technologische Risiken und hohe Kosten birgt.
Schrittweise Ergänzung statt schlagartiger Ersatz
Verschiedene Systemanbieter werben daher mit der Möglichkeit, Altsysteme schrittweise um neue Funktionen zu ergänzen. Bestehende Funktionen können so weiterhin genutzt werden. Das Aachener Softwarehaus INFORM bietet mit dem Schadenmanagementsystem ISP.Dialog ein flexibles "Applicationframework". ISP.Dialog ist eine Art Werkzeugkasten, mit dem Versicherer ihre Schadensysteme schrittweise um neue Funktionen ergänzen können. Eine flexible Schnittstellentechnologie ermöglicht die Integration in heterogene Systemlandschaften. Dabei besteht die Möglichkeit, das Framework zu einem kompletten Schadensystem für alle Kompositsparten auszubauen. ISP.Dialog ist das Ergebnis einer Entwicklungsgemeinschaft aus INFORM, Gen Re und einem führenden deutschen Erstversicherer. Die Entwicklung beruht auf modernste J2EE-Standards und stellt einen gelungenen Mix aus standardisierter Branchenlösung und flexibel anpassbarer Individualsoftware dar.
Die Vorteile eines solchen Baukastensystems liegen auf der Hand: Budgets und Projektlaufzeiten bleiben überschaubar und eine riskante, schlagartige Migration aller Daten ist nicht notwendig. Stattdessen wächst der Datenbestand mit jeder Schadenbearbeitung in das neue System über. Die Datenbanken des Altsystems können zeitlich unbegrenzt parallel zum neuen System bestehen bleiben. Gleichzeitig können die Vorteile der modernen Schadenbearbeitung sofort genutzt werden:
- Vermeidung zeitintensiver Abfragen in anderen Systemen durch Sachbearbeiter
- Schnelle Datenerfassung durch Eingabehilfen
- Korrespondenz mit Beteiligten
- Automatische Prüfungen und Berechnungen
- Kontinuierliches Controlling
- Konfigurierbare Statistiken
ISP.Dialog bietet darüber hinaus auch den Vorteil einer prozessintegrierten Betrugsprüfung. In mehr als 20 Versicherungsportfolios in Europa und den USA sind die ISP.Betrugsmodule bereits erfolgreich im Einsatz. Das Schadenmanagementsystem ISP.Dialog ermöglicht eine optimale Einbindung der automatisierten Betrugsprüfung in den Schadenbearbeitungsprozess. So können Betrugsfälle mit hoher Treffsicherheit erkannt und unverdächtige Ansprüche schneller und kundenfreundlicher abgewickelt werden.
Fazit
Um die Schadenbearbeitung kostengünstiger zu gestalten, muss die IT neue Funktionen bereitstellen. Erweiterungen an Altsystemen sind aufwendig, ein kompletter Ersatz ist riskant und teuer. Die sanfte Migration mit einem "Applicationframework" bietet eine attraktive Alternative. Besonders interessant ist sie für technologiefreudige Häuser, die großen Wert auf selbständige Anpassung und Weiterentwicklung legen.
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